Interview: Personalentwicklung 4.0 – das Zukunftsthema im HR

Wir lassen die Zukunftsthemen des Personalmanagements in unsere Beratungsprojekte wie auch Trainings der Future House Academy einfließen. Um so wichtiger ist es uns, am Kern der Zeit, bzw. darüber hinaus zu sein, um unseren Kunden im Personalmanagement der Zukunft zu begleiten. So fragen wir bei unserem Netzwerk, Partnern und Spezialisten nach ihren Zukunftsthemen im HR-Management in unserer Interviewreihe HR New Gen+.

Die Personalentwicklung 4.0 ist aus Sicht von Herrn Schirmer (Studiengangsleitung BWL/Personalmanagement der DHBW Lörrach) das Zukunftsthema, da derzeit erhebliche Veränderungen in der Aneignung von Kompetenzen und Fachwissen stattfinden. Die Wissensrelevanzzeit sinkt, bei zunehmender Geschwindigkeit der Märkte und der damit verbundenen Neuerungen in Produkten, Prozessen und letztlich ganzen Geschäftsmodellen. MitarbeiterInnen müssen flexibel agieren, fachübergreifend arbeiten und sich kontinuierlich weiterbilden. Die digitalen Möglichkeiten bieten hier erhebliches Potenzial zur schnellen und qualitativen Wissensaneignung.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei unserem Interview mit Herrn Schirmer, bei dem er einen umfassenden Einblick in der Personalentwicklung 4.0 gibt.

Herr Schirmer, welche Methoden & Instrumente sind Teil der Personalentwicklung 4.0?

  • Hohe Ausrichtung auf den Bedarf der Lernenden – Learning on Demand
    • orts- und zeitunabhängiges Lernen
    • selbstorganisiertes Lernen
    • Lernen via Mobile Devices (Smartphone und Tablets)
  • Digitale Methoden
    • Virtual Reality
    • Augmented/Mixed Reality

Herr Schirmer, wie können diese neuen Lernformen bestmöglich von Personalentwicklern begleitet werden?

Lernplattformen bieten zur Begleitung der Lernenden eine optimale Umgebung. Diese ermöglichen eine übersichtliche und einfache Zugreifbarkeit der Onlinetrainings. Ausgestattet mit intelligenten Algorithmen können die Teilnehmer so digital im Lernen begleitet werden.

Herr Schirmer, welche Lernkompetenzen benötigen Lernende in der Personalentwicklung?

Durch die Flexibilisierung dieser neuen Lernformen bedürfen die Teilnehmer einen hohen Grad an Eigenverantwortung. Eigenverantwortlich und bedarfsgerecht zu lernen, heißt natürlich auch, das wirklich zu wollen – ein neues Mindset der Lernenden muss entwickelt werden.

Lernende benötigen:

  • das Wollen für eigenverantwortliches Lernen
  • Medienkompetenz
  • Selektionskompetenz – was brauche ich für meinen Kompetenzerwerb wirklich?
  • „Work out Loud“-Kompetenz – bewusste Wissensweitergabe an andere

Herr Schirmer, wie verändert sich die Rolle des Personalentwicklers?

Der Personalentwickler ist dafür zuständig notwendige Inhalte qualitative auszuwählen, zur Verfügung zu stellen und eine Zugreifbarkeit zu ermöglichen.

Der Personalentwickler muss zum „Kurator“ werden:

  • breites, bestmögliches Angebot zur Verfügung stellen – Learning on Demand
  • wo sind die bestmöglich aufbereiteten Inhalte im Netz?
  • welche Artikel gibt es in sehr guter Qualität und wo?
  • welche Medien gibt es darüber hinaus, die dem Lernziel dienlich sind (TED Talks, Videos etc.)?

Die neue Form der Personalentwicklung führt auch zu einer veränderten Unternehmenskultur, die die Voraussetzungen dazu schaffen sollte sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und in das eigenverantwortliche Lernen zu kommen. Unterstützend für die Realisierung dieses Kulturwandels sind:

  • Open Space-Formate für einen Austausch
  • Vorbildfunktion der Führungskräfte, die das „schnelle“ Lernen am Arbeitsplatz begrüßen und vormachen

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